„Der Bayer“ hat jetzt lang genug genervt… eine Glosse

Flüchtlinge all überall, eine hübsche Gabe des Christkinds. Bis zur heiligen Nacht ist es zwar noch etwas hin, aber das kümmert Lebkuchen und Dominosteine in den Regalen der Supermärkte ja auch nicht. Während nun vielen Deutschen das Herz aufgeht, können sich Herr Seehofer und seine CSU nur schwer mit dieser Rückbesinnung auf die deutsche Leitkultur anfreunden – also sowas wie Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit, Hilfsbereitschaft. Noch schlimmer: Diese Gutmenschen verhalten sich sozial und christlich, üben Nächstenliebe, erinnern sich an die Geschichte eines gewissen Samariters. Das passt der bayerischen Staatspartei gar nicht, hat sie doch über Jahre Hass gepredigt, Angst vor diesen Fremden gemacht, versprochen, diese Einwanderung „bis zur letzten Patrone“ zu bekämpfen. Was für ein Schock muss es gewesen sein, als die bayerischen Untertanen Flüchtlinge mit Applaus begrüßten, trotz dieser jahrelangen Indoktrination! Da hat man sich wohl eher die vor allem ostdeutsche Gewaltkultur gegen Flüchtlingsheime vorgestellt, denn vielleicht schreckt ja handfester Rechtsterrorismus mehr ab als verbale Patronen. Doch welch Schock: die bayerische Bevölkerung sagt #refugeeswelcome.

Da muss der Seehofer doch gegensteuern, die „Flüchtlingskanzlerin“ kritisieren, die Einhaltung der „deutschen Leitkultur“ anmahnen, sich mit einem gewissen ungarischen Diktator solidarisch zeigen – sie wissen schon, dieser Typ, der die ungarischen Medien genauso enteiert hat, wie die CSU den bayerischen Rundfunk zu ihrem Propagandainstrument gemacht hat. Es geht Seehofer also nicht um die deutsche, sondern um die bayerische Leitkultur, die laut seiner Definition zu heißen scheint: Keine Demokratie, keine Meinungsfreiheit, Gewalt gegen Fremde, keine Grundrechte, Hauptsache dumpfe Parolen in überhitzten Bierzelten.

Sicher, Deutschland wird Schwierigkeiten haben, den Flüchtlingsansturm zu bewältigen. Aber wenn dem so ist, warum hat man dann Griechenland, Italien, Spanien über Jahre mit dem Problem alleingelassen? Gerade Bayern hat sich immer wieder gegen die solidarische Verteilung von Flüchtlingen stark gemacht. Wenn die anderen europäischen Staaten sich nun nicht mehr an diese unfairen Regeln halten, sollte die Botschaft selbst in der bayerischen Staatskanzlei irgendwann angekommen sein – denn er hat lang genug genervt, „der Bayer“.

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