Per Hirnabschaltung durchs Internet – oder: Keine Panik!

Das Internet – unendliche Weiten. Dies ist die Geschichte des Buches „Per Hirnabschaltung durchs Internet“, eines der Standardwerke zum sinnfreien benutzen dieses beständig wuchernden Machwerks. Denn obwohl diese Ansammlung unsortierter Informationen oft Dinge verbreitet, die entweder vollkommen absurd oder doch wenigstens sehr ungenau sind, hat es in den etwas lässigeren Zivilisationen der westlichen Hemisphäre den Besuch von Bibliotheken zum Wissenserwerb schon vor Jahren abgelöst. Sein Erfolg ist vor allem auf drei Dinge zurückzuführen: Es ist bequemer, beansprucht die Denkfähigkeit nicht sonderlich und vor allem kann man jede noch so abwegige Meinung bestätigt bekommen, wenn man nur lang genug danach sucht.

Bei den Reisen durchs Internet begegnet man den unterschiedlichsten Lebensformen: Nerds, Trollen, Usern, ahnungslosen Konsumenten, Porno- und Spielsüchtigen, Downloadern, Spammern, Abzockern. Diese für die Gesellschaft durchaus repräsentative Gruppe von Menschen – soweit es sich tatsächlich um Menschen handelt und nicht um Hunde, die gerade ihr Herrchen vertreten – verplempert ihre Zeit mit Vorliebe damit, sich gegenseitig in Chatrooms oder in Community-Foren aufs übelste zu beschimpfen, Gerüchte und Falschmeldungen gedankenlos weiterzuzwitschern und zwei- bis eindeutige Fotos ihrer selbst an Pinnwände zu heften. Ein großer Fortschritt des Internets ist die Möglichkeit, andere völlig ungehemmt zu beschimpfen, da man sich der direkten Konfrontation ja jederzeit entziehen kann. Als besonders hilfreich hat sich dabei die Nutzung des Google-Translators erwiesen, der es schafft, durch das Übersetzen von aus dem Zusammenhang gerissenen Wendungen, auch Beschimpfungen über Sprachbarrieren hinweg noch zu intensivieren und den Spaß für alle Beteiligten deutlich zu erhöhen. Folglich ermutigt „Per Hirnabschaltung durchs Internet“ seine Leser dazu, ohne langes Überlegen und unter Ausklammerung jeglicher Skrupel Fotos, Gerüchte und Falschinformationen zu verbreiten. Nur so werden Sie schnell ein vollwertiges Mitglied der Community. Und falls Sie das Echo fürchten: Keine Panik! Nutzen sie den Google Translator und verwirren sie die anderen, in dem sie in altaramäischen Wortfetzen antworten. Viel Vergnügen!

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